Samstag, 30. Januar 2010DHL und das online Frankieren
Heute will ich ein Paket verschicken. Das kommt nun nicht oft vor, und ich habe mir gedacht, anstatt mich in die immerwährend lange Schlange im Postamt anzustellen, probiere ich mal die Online Frankierung aus. Dabei ging es mir nicht mal um die Einsparung von einem Euro, sondern einfach nur um die lange Schlange und den kürzeren Weg. Die Paketeinwurfbox ist näher.
Es hat eigentlich alles ganz gut funktioniert, außer dass man das PDF mit dem Porto nur mit dem Adobe Reader anschauen kann. Warum? Weil das Dokument diversen Javascript Funktionen nutzt, damit man es auf alle Fälle nur einmal ausdrucken kann. So will sich DHL gegen die Multipaketaufkleber-Verschicker wehren... nehme ich mal an. Sonst fällt mir kein Grund ein. Dieser wunderbare Kopierschutz hat mich persönlich aber ein paar Nerven gekostet. Ich musste extra den Adobe Reader installieren. Dann wollte mein Drucker gerade mal beim Portodruck einfach nicht. Das macht er manchmal. Normalerweise kein Problem, man kann ein Dokument ja nochmals drucken. Nur wenn das nicht geht? Zum Glück, war es nicht aus der Druckerwarteschlange gelöscht. Aber halt, die Druckerwarteschlange. Mein Druckertreiber bietet an, das Dokument in eine Datei zu drucken, anstatt direkt an den Drucker zu schicken. Ich habe es nicht ausprobiert, aber das wäre auf alle Fälle ein "Angriffsvektor" auf das Szenario. Denn diese Datei kann ich nach belieben oft drucken. Aber der eigentliche Hammer: Ich kann das Dokument drucken und danach auf den Kopierer legen. Hoppla, ich hoffe ich habe jetzt nicht das gesamte Online Franierungsverfahren ausgehebelt. Nein, habe ich natürlich nicht, denn auf der Frankierung ist ein Barcode und DHL würde sofort merken, wenn man zwei Pakete mit der selben Marke verschickt. Bleibt allein die Frage: Warum nicht einfach ein ganz normales PDF das man mit jedem Reader lesen kann und mit dem man keinen Herzkasper bekommt, wenn der Drucker streikt? Für das nächste Paket werde ich wieder Schlange stehen. Dienstag, 26. Januar 2010Morgennebel
Wenn ich morgen früh aufwache, würde ich zur Abwechslung gerne einmal folgendes sehen, wenn ich aus dem Fenster schaue. Gerade bei der zur Zeit vorherrschenden Kälte wäre das doch wirklich mal etwas anderes... schwülwarm. Man wird doch träumen dürfen?
Dienstag, 19. Januar 2010Sigiriya und die zweite Königsstadt
Der dritte Tag in Sri Lanka begann mit einem sehr reichhaltigen Frühstücksbuffet. Gut gelaunt fahren wir nach Sigiriya wo uns der Löwenfelsen schon von weitem ins Auge sticht. Der Gneismonolith diente früher als Zufluchtstätte eines Prinzen, der auf dem Felsen eine ganze Festung bauen ließ. Auch heute noch scheint dieses Unterfangen sehr schwierig, denn bei unserem Besuch auf dem Felsen steigen wir minutenlang endlose Eisentreppen hinauf.
Auf halber Höhe befindet sich dann der eigentliche Eingang. Dieser sah vermutlich mal aus, wie ein Löwenkopf, durch dessen Maul man die Festung betreten kann. Inzwischen sind nur noch die Tatzen und der Eingang zu sehen. Leider nagt der Zahn der Zeit auch an der Spiegelwand und den Wolkenmädchen. Dies sind alte, mit Naturfarben gemalte Oberkörper von Frauen. Auch hier sind nur noch 22 von den vermuteten 500 zu sehen. Alles in allem ist Sigiriya eine beeindruckende Stätte von menschlichem Schaffen und Kultur. Immerhin wurde es etwa bererits um 470 n.Chr. errichtet. Ganz in der Nähe des Felsens haben wir dann noch einen Elefantenritt gemacht. Schließlich ist das ja so etwas wie Pflichtprogramm, und einmal im Leben muss man auch auf einem Elefanten geritten sein. Ich für meinen Teil kann es gerne bei einem Mal belassen. Es war schön die Gegend so zu sehen, aber andererseits hätte man das auch zu Fuß machen können. Naja, wer weiß, vielleicht mache ich es dann doch wieder, wenn ich das nächste Mal die Möglichkeit dazu habe. Das folgende Tagesprogramm führte uns dann nach Polonnaruwa, der zweiten Königsstadt. Diese ist nicht ganz so alt und "erst" 1070 n.Chr zur damaligen Hauptsadt geworden. Auch hier gibts ein riesiges Gelände mit Ruinen zu sehen. Es ist ebenfalls so groß, dass man weite Teil davon mit dem Auto abfährt. Eigentlich stand nun noch die Besichtigung einer Holzfabrik auf dem Programm. Das haben wir aber ausgelassen, weil es irre schwül war, und wir auch schon ein wenig spät dran waren. Dann doch lieber den Pool im Hotel noch benutzen, denn am Horizont waren schon ordentliche Gewitterwolken zu sehen. Die Reisbauern fanden das sicher gut, denn sie haben schon auf den überfälligen Monsunregen gewartet. Das Gewitter traf dann gegen später ein und war schon recht kräftig. Aber davor konnten wir noch baden. Donnerstag, 14. Januar 2010Tristesse im Yala National Park
Ein Bild aus dem Yala National Park. Es hat viel geregnet, und deswegen stand hier und da das Wasser.
Freitag, 1. Januar 2010Die erste Königsstadt
Der zweite Tag unserer siebentägigen Rundreise begann recht früh. Zugegeben waren wir sowieso schon sehr früh wach, da wir direkt nach dem Abendessen schlafen gegangen sind. Zum Frühstück gab es ein reichhaltiges Buffet. Überhaupt waren die Frühstücksbuffets in allen Hotels sehr gut. Meistens gab es süße Backwaren, Toast, dazu englischen Bacon, Baked Beans und Scrambled Eggs (Rührei). Im Jetwing Seashells waren noch gebratene Tomaten, gebratene Ananas und die übliche umfangreiche Früchteauswahl mit dabei. Natürlich darf auch eine Ei- bzw. Omlettbratstation nicht fehlen. Es gab noch mehr (Curry, Müsli, ...), ich kann mich gar nicht mehr an alles erinnern.
Nach dem leckeren Frühstück ging es dann gegen acht Uhr mit der Fahrt los. Etwas um die 350km. Das klingt gar nicht mal so viel. Ist es aber, denn eine Autobahn wie hier gibt es in Sri Lanka natürlich nicht. Das höchste der Gefühle sind gut ausgebaute Landstraßen. Diese sind in etwa so breit wie eine normale Bundesstraße bei uns. Allerdings ist die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht so hoch wie hier, denn es sind nur knapp über 70km/h erlaubt und der Verkehr ist recht dicht. Zusätzlich gibt es auch keine Gehwege oder ähnliches, deswegen sind langsamere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radfahrer natürlich ebenfalls auf der Straße unterwegs. Ansonsten ist der Straßenverkehr eher "asiatisch". Na gut, ich musste ja nicht selber fahren und die Klimaanlage hat die größte Schweißbildung verhindert. Unterwegs wurden wir dann mit der Königskokosnuss (vielleicht තැඹිලි) an einem kleinen Straßenstand einer Nebenstraße bekanntgemacht. Diese größere orangene Kokosnuss ist hauptsächlich zum Trinken gedacht. Ihr Saft schmeckt süßlich und nicht direkt so, wie man das von einer Kokosnuss gewohnt ist. In so einem Teil ist auch eine ganze Menge drin und man kann sagen, dass es schon mehr ist, als nur ein Frühstückchen. Nach dem Leertrinken wird noch der Deckel der Nuss abgehauen und aus einem Stück davon eine Art Löffel geschnitzt. Mit diesem kann man den Glibber aus der Frucht schürfen und sich einverleiben. Wie alles was in Sri Lanka glibberig ist, muss es natürlich ein Aphrodisiakum sein. Nach diesem Zwischenstopp sind wir dann weitergefahren und kamen in etwa zum Mittagessen in Anuradhapura an. Dieses haben wir im Palm Garden Village Hotel eingenommen. Eine schöne Anlage mit Schwerpunkt auf Spa, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Von dort ist es jedenfalls nicht mehr weit zu der historischen Stätte von Anuradhapura. Diese ist umfangreicher und so ist es nicht verwunderlich, dass man nur einen kleinen Teil davon sieht. Eigentlich bekamen wir die zwei größten und wichtigsten Sachen zu sehen: den Sri Mahabodhi und die Ruwanvelisaya Stupa. Eine Stupa spielt eine wichtige Rolle im Buddhismus. In solch einem Gebilde wird normalerweise eine Reliquie aufbewahrt. Eine Stupa ist aber geschlossen und oft ist nicht bekannt, was sich innen befindet. Es scheint aber auch nicht so wichtig zu sein. Stupas gibt es in vielen verschiedenen Größen und die Ruwanvelisaya Stupa ist eine der größten. Ein weiterer Höhepunkt von Anuradhapura ist der Sri Mahabodhi. Dabei handelt es sich um eine Pappel-Feige oder ficus religiosa auf lateinisch. Dieser spezielle Baum ist der Lehre nach ein direkter Ableger von der Pappel-Feige unter der Prinz Siddhartha Gautama, später bekannt als Buddha, "erwacht" ist. Dementsprechend ist das ganze Areal Pilgerstätte für viele Buddhisten und wird auch gut bewacht (fast wie ein Flughafen). Nach einer kurzen Fahrt über das Gelände der ehemaligen Königsstadt kommen wir noch an den Zwillings-Schwimmbecken vorbei. Heute eher unscheinbar und mit braunem Wasser gefüllt, war es damals eine Badeanstalt der Mönche und ein imposantes Zeichen der Entwicklungsstufe der Zivilisation. Laut unserem Fahrer baden die Menschen in Sri Lanka auch heute noch überwiegend in den angelegten Stauseen, die ebenfalls schon damals von den Königen in Auftrag gegeben wurden und häufig das selbe braune Wasser beherbergen. Anschließend sind wir in unser Hotel für die nächsten zweit Nächte gefahren: dem Chaya Village in Habarana. Eine schöne Anlage mit Bungalows und nettem Pool in den wir uns gleich mal gestürzt haben. Am Abend haben wir uns dann am Büffet satt gegessen (es war sehr gut, wie immer) und noch ein wenig an die Bar gesetzt. Montag, 21. Dezember 2009Der Vogel ist gelandet
Nachdem wir noch ein, zwei Schleifen unterwegs waren, konnte das Flugzeug dann endlich landen. Negombo, die Flughhafen-Stadt, befindet sich etwa 40km weit weg von der Hauptstadt Sri Lankas: Colombo. Von deren Größe bekommt man in Negombo selbst nichts mit. Der Flughafen ist auch beschaulich, verglichen mit Frankfurt oder Dubai. So weit ich das gesehen habe, gibt es nur eine kombinierte Lande- und Startbahn. Fotos vom Flughafen habe ich keine, denn es ist dort verboten Foto- oder Videoaufnahmen anzufertigen. Da ich sonst auch niemand gesehen habe, der sich darüber hinweggesetzt hätte habe ich mich auch dran gehalten. Zusätzlich ist wirklich genügend Militärpräsenz da, um das Verbot durchzusetzen. Noch bevor wir aus dem Flugzeug ausgestiegen sind, konnte man gerade eine Einheit dabei beobachten, wie sie das Gras um die Landebahn durchkämmt haben. Vom Flugzeug zum Flughafen war keine Gangway und wir erfuhren zum ersten Mal Urlaubstemperaturen. Es war zwar bewölkt und leicht regnerisch, doch die Temperatur war da. Endlich mal wieder warm.
Wir sind dann brav den Schildern "Arrival" gefolgt und durften uns in die Passkontrollschlange einordnen. Danach noch Gepäck abholen und ab in's Sri Lanka Leben. Das ging los in der Halle nach dem Gepäckabholen. Dort waren die ganzen Reiseveranstalter und haben versucht sich ihre Touristen zuzuordnen. Letztendlich ging es, wir haben zügig einen Mann mit Der-Tour Schildchen gefunden. Der konnte uns auch in seiner ausgedruckten Tabelle finden und hat uns unseren Fahrer vorgestellt. Kurzes Händeschütteln und dann raus, denn in der Empfangshalle war es eigentlich zu laut und zu voll um große Reden zu schwingen. Wie sich herausstellt, ist es draussen auch nicht anders. Vor der Türe ist eine Kurzparkzone in Form eines Boardsteins. Dort ist auch die Hölle los. Permanent kommen Kleinbusse und andere Fahrzeuge angefahren und fahren wieder weg. Es wird viel gehupt und entsprechend viele Wartende stehen am Boardstein. Der lange Flug und der Schlafmangel unterstütz die Reizüberflutung zusätzlich. Unser Fahrer sagt uns, wir sollen hier warten, er holt das Auto. "Nicht weglaufen", schärft er uns nochmals ein. Nach gefühlten zehn Minuten kam er dann mit dem Auto und wir konnten Koffer und Handgepäck einladen. Die erst kurze Fahrt sollte uns zum Hotel Jetwing Seashells führen und gab uns die Möglichkeit einander vorzustellen. Unser Fahrer hat einen Namen, den man sich kaum merken und genausowenig ausprechen kann. Aber wir können ihn "Hetti" nennen. Ich frage ihn, ob überall in Sri Lanka all 100m ein schwer bewaffneter Soldat steht. "Nein, das ist nur, weil der Präsident zu Besuch kommt und die selbe Straße entlang fährt", antwortet er mir. Na, das hat mich doch beruhigt. Nach etwa 15 Minuten sind wir angekommen und konnten in das erste Hotel einchecken. Zur Begrüßung und für die Nerven gibt es dort einen Holzapfelsaft und ein kaltes Tuch. Dabei können wir die Reisepassnummer, Name und noch ein paar Sachen in ein Formular einfüllen. An dieses Prozedere werden wir uns gewöhnen, denn das wird in jedem Hotel fällig. Eigentlich klingt das nach viel Bürokratie aber ich könnte jetzt gar nicht genau sagen, ob das in Deutschland nicht genauso ist. Unser Zimmer, das eines der kleineren der Tour sein sollte, war immer noch großzügiger als alle Zimmer die ich bislang in Hotels hatte. Die Austattung ist eher typisch, d.h. ein Doppelbett, kleine Couch mit Tischchen und Balkon. Fernseher hatte es auch überall und zu meiner positiven Überraschung kamen auch jeden Tag einmal die Simpsons. Jedenfalls war nun erstmal ein bisschen Schlaf aufarbeiten angesagt, schließlich war es schon elf Uhr ... morgens. Nach dem erfrischenden Nickerchen sind wir erstmal ein wenig den Strand entlang gegangen. Es war zwar weiterhin bedeckt, aber es hat gerade nicht geregnet. Auf dem Meer waren viele Fischerboote in traditioneller Bauweise zu sehen. Weitere Fischer waren am Strand und haben Netze geflickt. Touristen waren sehr wenig unterwegs, da die Saison nach Aussage von Hetti noch nicht so richtig angelaufen sei. Wir haben nur ein Grüppchen Asiaten beim Muschelsuchen gesehen. Zurück im Hotel haben wir uns erstmal in den Pool gestürzt und dort ein paar Bahnen gezogen. Nach dieser Erfrischung hatten wir eine kleine "Besprechung" mit Hetti, wie der morgige Tag und die gesamte Reise ablaufen soll. Abendessen war dann 19 Uhr und man kann sagen, es war sehr lecker. Angesichts der Tatsache, dass das Jetwing Seashells ein Hotel der schlechteren Kategorie im Katalog ist, kann man sich wirklich nicht beschweren. Es gab ein vier gängiges Menue mit jeweils zwei verschiedenen Gerichten zur Auswahl. Beim Hauptgang waren sogar drei Gerichte zur Auswahl. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich mich für das Hühnchencurry entschieden, um mich gleich landestypisch zu ernähren. Nach dem Essen war es auch schon wieder Zeit für Matratzenhorchen, denn am nächsten Tag sollte es schon 8 Uhr losgehen, da eine längere Fahrt vor uns lag.
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