Nachdem wir noch ein, zwei Schleifen unterwegs waren, konnte das Flugzeug dann endlich landen. Negombo, die Flughhafen-Stadt, befindet sich etwa 40km weit weg von der Hauptstadt Sri Lankas: Colombo. Von deren Größe bekommt man in Negombo selbst nichts mit. Der Flughafen ist auch beschaulich, verglichen mit Frankfurt oder Dubai. So weit ich das gesehen habe, gibt es nur eine kombinierte Lande- und Startbahn. Fotos vom Flughafen habe ich keine, denn es ist dort verboten Foto- oder Videoaufnahmen anzufertigen. Da ich sonst auch niemand gesehen habe, der sich darüber hinweggesetzt hätte habe ich mich auch dran gehalten. Zusätzlich ist wirklich genügend Militärpräsenz da, um das Verbot durchzusetzen. Noch bevor wir aus dem Flugzeug ausgestiegen sind, konnte man gerade eine Einheit dabei beobachten, wie sie das Gras um die Landebahn durchkämmt haben. Vom Flugzeug zum Flughafen war keine Gangway und wir erfuhren zum ersten Mal Urlaubstemperaturen. Es war zwar bewölkt und leicht regnerisch, doch die Temperatur war da. Endlich mal wieder warm.
Wir sind dann brav den Schildern "Arrival" gefolgt und durften uns in die Passkontrollschlange einordnen. Danach noch Gepäck abholen und ab in's Sri Lanka Leben. Das ging los in der Halle nach dem Gepäckabholen. Dort waren die ganzen Reiseveranstalter und haben versucht sich ihre Touristen zuzuordnen. Letztendlich ging es, wir haben zügig einen Mann mit Der-Tour Schildchen gefunden. Der konnte uns auch in seiner ausgedruckten Tabelle finden und hat uns unseren Fahrer vorgestellt. Kurzes Händeschütteln und dann raus, denn in der Empfangshalle war es eigentlich zu laut und zu voll um große Reden zu schwingen. Wie sich herausstellt, ist es draussen auch nicht anders. Vor der Türe ist eine Kurzparkzone in Form eines Boardsteins. Dort ist auch die Hölle los. Permanent kommen Kleinbusse und andere Fahrzeuge angefahren und fahren wieder weg. Es wird viel gehupt und entsprechend viele Wartende stehen am Boardstein. Der lange Flug und der Schlafmangel unterstütz die Reizüberflutung zusätzlich. Unser Fahrer sagt uns, wir sollen hier warten, er holt das Auto.
"Nicht weglaufen", schärft er uns nochmals ein.
Nach gefühlten zehn Minuten kam er dann mit dem Auto und wir konnten Koffer und Handgepäck einladen. Die erst kurze Fahrt sollte uns zum Hotel Jetwing Seashells führen und gab uns die Möglichkeit einander vorzustellen. Unser Fahrer hat einen Namen, den man sich kaum merken und genausowenig ausprechen kann. Aber wir können ihn "Hetti" nennen. Ich frage ihn, ob überall in Sri Lanka all 100m ein schwer bewaffneter Soldat steht. "Nein, das ist nur, weil der Präsident zu Besuch kommt und die selbe Straße entlang fährt", antwortet er mir. Na, das hat mich doch beruhigt.
Nach etwa 15 Minuten sind wir angekommen und konnten in das erste Hotel einchecken. Zur Begrüßung und für die Nerven gibt es dort einen Holzapfelsaft und ein kaltes Tuch. Dabei können wir die Reisepassnummer, Name und noch ein paar Sachen in ein Formular einfüllen. An dieses Prozedere werden wir uns gewöhnen, denn das wird in jedem Hotel fällig. Eigentlich klingt das nach viel Bürokratie aber ich könnte jetzt gar nicht genau sagen, ob das in Deutschland nicht genauso ist. Unser Zimmer, das eines der kleineren der Tour sein sollte, war immer noch großzügiger als alle Zimmer die ich bislang in Hotels hatte. Die Austattung ist eher typisch, d.h. ein Doppelbett, kleine Couch mit Tischchen und Balkon. Fernseher hatte es auch überall und zu meiner positiven Überraschung kamen auch jeden Tag einmal die Simpsons. Jedenfalls war nun erstmal ein bisschen Schlaf aufarbeiten angesagt, schließlich war es schon elf Uhr ... morgens.
Die erste Kokosnuss am Strand
Nach dem erfrischenden Nickerchen sind wir erstmal ein wenig den Strand entlang gegangen. Es war zwar weiterhin bedeckt, aber es hat gerade nicht geregnet. Auf dem Meer waren viele Fischerboote in traditioneller Bauweise zu sehen. Weitere Fischer waren am Strand und haben Netze geflickt. Touristen waren sehr wenig unterwegs, da die Saison nach Aussage von Hetti noch nicht so richtig angelaufen sei. Wir haben nur ein Grüppchen Asiaten beim Muschelsuchen gesehen. Zurück im Hotel haben wir uns erstmal in den Pool gestürzt und dort ein paar Bahnen gezogen. Nach dieser Erfrischung hatten wir eine kleine "Besprechung" mit Hetti, wie der morgige Tag und die gesamte Reise ablaufen soll. Abendessen war dann 19 Uhr und man kann sagen, es war sehr lecker. Angesichts der Tatsache, dass das Jetwing Seashells ein Hotel der schlechteren Kategorie im Katalog ist, kann man sich wirklich nicht beschweren. Es gab ein vier gängiges Menue mit jeweils zwei verschiedenen Gerichten zur Auswahl. Beim Hauptgang waren sogar drei Gerichte zur Auswahl. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich mich für das Hühnchencurry entschieden, um mich gleich landestypisch zu ernähren.
Nach dem Essen war es auch schon wieder Zeit für Matratzenhorchen, denn am nächsten Tag sollte es schon 8 Uhr losgehen, da eine längere Fahrt vor uns lag.
Strand von Negombo