Der zweite Tag unserer siebentägigen Rundreise begann recht früh. Zugegeben waren wir sowieso schon sehr früh wach, da wir direkt nach dem Abendessen schlafen gegangen sind. Zum Frühstück gab es ein reichhaltiges Buffet. Überhaupt waren die Frühstücksbuffets in allen Hotels sehr gut. Meistens gab es süße Backwaren, Toast, dazu englischen Bacon, Baked Beans und Scrambled Eggs (Rührei). Im Jetwing Seashells waren noch gebratene Tomaten, gebratene Ananas und die übliche umfangreiche Früchteauswahl mit dabei. Natürlich darf auch eine Ei- bzw. Omlettbratstation nicht fehlen. Es gab noch mehr (Curry, Müsli, ...), ich kann mich gar nicht mehr an alles erinnern.
Nach dem leckeren Frühstück ging es dann gegen acht Uhr mit der Fahrt los. Etwas um die 350km. Das klingt gar nicht mal so viel. Ist es aber, denn eine Autobahn wie hier gibt es in Sri Lanka natürlich nicht. Das höchste der Gefühle sind gut ausgebaute Landstraßen. Diese sind in etwa so breit wie eine normale Bundesstraße bei uns. Allerdings ist die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht so hoch wie hier, denn es sind nur knapp über 70km/h erlaubt und der Verkehr ist recht dicht. Zusätzlich gibt es auch keine Gehwege oder ähnliches, deswegen sind langsamere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radfahrer natürlich ebenfalls auf der Straße unterwegs. Ansonsten ist der Straßenverkehr eher "asiatisch". Na gut, ich musste ja nicht selber fahren und die Klimaanlage hat die größte Schweißbildung verhindert.
Unterwegs wurden wir dann mit der Königskokosnuss (vielleicht තැඹිලි) an einem kleinen Straßenstand einer Nebenstraße bekanntgemacht. Diese größere orangene Kokosnuss ist hauptsächlich zum Trinken gedacht. Ihr Saft schmeckt süßlich und nicht direkt so, wie man das von einer Kokosnuss gewohnt ist. In so einem Teil ist auch eine ganze Menge drin und man kann sagen, dass es schon mehr ist, als nur ein Frühstückchen. Nach dem Leertrinken wird noch der Deckel der Nuss abgehauen und aus einem Stück davon eine Art Löffel geschnitzt. Mit diesem kann man den Glibber aus der Frucht schürfen und sich einverleiben. Wie alles was in Sri Lanka glibberig ist, muss es natürlich ein Aphrodisiakum sein.
Nach diesem Zwischenstopp sind wir dann weitergefahren und kamen in etwa zum Mittagessen in Anuradhapura an. Dieses haben wir im Palm Garden Village Hotel eingenommen. Eine schöne Anlage mit Schwerpunkt auf Spa, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Von dort ist es jedenfalls nicht mehr weit zu der historischen Stätte von Anuradhapura. Diese ist umfangreicher und so ist es nicht verwunderlich, dass man nur einen kleinen Teil davon sieht. Eigentlich bekamen wir die zwei größten und wichtigsten Sachen zu sehen: den Sri Mahabodhi und die Ruwanvelisaya Stupa.
Ruwanvelisaya Stupa - Ruvanvelisaya Dagoba ... es gibt viele Schreibweisen
Eine Stupa spielt eine wichtige Rolle im Buddhismus. In solch einem Gebilde wird normalerweise eine Reliquie aufbewahrt. Eine Stupa ist aber geschlossen und oft ist nicht bekannt, was sich innen befindet. Es scheint aber auch nicht so wichtig zu sein. Stupas gibt es in vielen verschiedenen Größen und die Ruwanvelisaya Stupa ist eine der größten. Ein weiterer Höhepunkt von Anuradhapura ist der Sri Mahabodhi. Dabei handelt es sich um eine Pappel-Feige oder ficus religiosa auf lateinisch. Dieser spezielle Baum ist der Lehre nach ein direkter Ableger von der Pappel-Feige unter der Prinz Siddhartha Gautama, später bekannt als Buddha, "erwacht" ist. Dementsprechend ist das ganze Areal Pilgerstätte für viele Buddhisten und wird auch gut bewacht (fast wie ein Flughafen).
Sri Mahabodhi - Ein Ableger vom Baum der Erleuchtung
Nach einer kurzen Fahrt über das Gelände der ehemaligen Königsstadt kommen wir noch an den Zwillings-Schwimmbecken vorbei. Heute eher unscheinbar und mit braunem Wasser gefüllt, war es damals eine Badeanstalt der Mönche und ein imposantes Zeichen der Entwicklungsstufe der Zivilisation. Laut unserem Fahrer baden die Menschen in Sri Lanka auch heute noch überwiegend in den angelegten Stauseen, die ebenfalls schon damals von den Königen in Auftrag gegeben wurden und häufig das selbe braune Wasser beherbergen.

Die erste Twin's pond - das Zwillings-Becken
Anschließend sind wir in unser Hotel für die nächsten zweit Nächte gefahren: dem Chaya Village in Habarana. Eine schöne Anlage mit Bungalows und nettem Pool in den wir uns gleich mal gestürzt haben. Am Abend haben wir uns dann am Büffet satt gegessen (es war sehr gut, wie immer) und noch ein wenig an die Bar gesetzt.